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| ausstellung 2009 in der städtischen galerie lünen

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Die großformatigen, sehr farbstarken Bilder der 1966 in Polen geborenen Mirella Buchholz stachen aus dieser auf drei Etagen gezeigten Ausstellung hervor: Eine frische gestische Malerei, die das Malen selbst, den Malprozess in den Vordergrund rückt, ohne deshalb das Dargestellte, die porträtierte Person, zu vernachlässigen. Ein Spiel von Linie und Fläche, von zeichnerischem Konzept und malerischer Improvisation, charakterisiert die Werke der Künstlerin, deren Spannung zwischen klarer Formulierung und assoziativer Andeutung sich nicht vorschnell auflösen lässt. Nicht das Identifizierbare, das wieder Erkennbare und fest Umrissene, prägen die figurative Auffassung von Mirella Buchholz, sondern das eher intuitiv Erfahrbare, im Prozess des Malens Verborgene, das Intuitive und Meditative, sind ihr Thema. Ihre Malerei entfernt sich von ihrem Gegenstand, dem menschlichen Porträt,  befreit sich von ihrer imitativen Funktion, um durch die freiere Verwendung von Farbe, Form und Gestus eine psychologische Qualität zu erlangen, die tiefere Einblicke in das gemalte Gegenüber und in die Malerin selbst erlaubt. Mirella Buchholz’ scheinbar spontan gemalten Porträts und Figurationen sind keine abgeschlossenen Statements, sie beziehen den Betrachter als aktiven Partner mit ein, fordern seine – unsere – Stellungnahme.

Auszug aus der Eröffnungsrede zur Ausstellung 2010 „SYNTHESIS“ - Kunst in der Rotunde - GEA Center, Bochum

Sepp Hiekisch-Picard (
Stellvertretender Direktor Museum Bochum)


 
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